Der Prinzipalaufbau

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Als schmückendes Raumelement beherrscht der Prinzipalaufbau den Raum. Er wird auch als „bergischer Kanzelaltar“ bezeichnet und ist ähnlich in nahezu allen bergischen Kirchen des 18. Jahrhunderts als Schauwand formaler Ausdruck der Verkündigung. Als statisches Gerüst für die Orgelempore trägt er zugleich Treppe und Kanzelzugang. Die Kanzel ist mit geschnitzten Rocaille (Muschel)-Reliefs, Girlanden und Voluten geschmückt; über ihr hängt der prächtige, mit Akanthusranken gekrönte Schalldeckel. Der Akanthus, ein Bärenklaugewächs des Mittelmeerraums, ist als Element in der Architekturornamentik seit der Antike beliebt. Den Abschluss des Kanzelbodens bildet ein Zedernzapfen in einer Rosette. Die Libanon-Zeder wird in der Bibel häufig erwähnt, ihr Holz gilt für Kraft und Ausdauer und ist ein Symbol für die Unsterblichkeit.
Aussehen und Aufbau der Prinzipalwand wurden öfters verändert. Bei den Innenrestaurierungen von 1956-57 und 1966 wurden die vorherigen Farbschichten und Beizen von Gestühl, Emporensäulen und -geländer und dem Holzwerk des Prinzipalaufbaus entfernt und nur die Schmuckornamente gold- und silberfarben gefasst. Der „Naturholzton“ prägt ganz entscheidend den heutigen Raumeindruck der Lenneper Stadtkirche, entspricht aber nicht dem Barock des 18. Jahrhunderts, sondern der Stilauffassung der Gemeinde in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Literatur